Zwischen dem 10. Und 13. Jahrhundert wurde die gesamte Region unter georgischem Einfluss christianisiert. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich der Islam. Von da an bildeten die Sunniten bis heute die Mehrheit. 1559 gründete Iwan IV von Russland, genannt Iwan der Schreckliche, im tschetschenischen Gebiet die Kosakenfestung Tarki und stationierte dort 1587 das erste Kosakenheer.
Der Anfang vom Ende?
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Land durch die zwischen Tschetschenien und Russland gelegene unabhängige Krim vor einer Einnahme relativ gut gesichert.
1783 fiel die Krim an Russland. In der Folge strebten die Russen eine Einnahme des Nordkaukasus an, um sich den Zugang zum Schwarzen Meer zu sichern.
Die Bevölkerung leistete Widerstand und zog unter Mansur Uschurma 1785 in einen "Heiligen Krieg" (Dschihad) gegen Russland.
In den sogenannten Muriden-Kriegen, 1834 bis 1859, folgte die Bevölkerung Imam Schamil, welcher Dagestan und Tschetschenien zusammenführte und so mit organisierten Truppen Angriffe und Überfälle auf russische Stellungen im Kaukasus startete.
1859 wurde Imam Schamil von russischen Truppen gefangen genommen und nach St. Petersburg geschickt.
1870 reiste er, mit der Erlaubnis des Zaren Alexander II, nach Mekka, wo er einige Jahre später starb. Trotz dieser Gefangennahme gelang es Russland erst 1864 das Land unter seine Verwaltung zu bringen. Die tschetschenische Bevölkerung leistete weiterhin von ihren Verstecken in den Bergen aus Widerstand, so dass sich die russische Macht lediglich auf die militärischen Stützpunkte beschränkte.
Der Widerstand wurde mehr und mehr durch russische Truppen gebrochen. So auch der Aufstand während des türkisch-russischen Krieges 1877/78.
Aufgrund der russischen Besatzung wanderte ein großer Teil der kaukasischen Bevölkerung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aus und siedelte sich in der Türkei und in anderen Ländern des vorderen Orients an.
1921 wurde Tschetschenien Teil der Gorskaja (Bergvölker) ASSR. 1924 erfolgte die Auflösung, da sich bis zu diesem Zeitpunkt sechs autonome Verwaltungbezirke gebildet hatten. Darunter auch Tschetschenien 1922. Anfang der 40er begann die Kollektivierung, der Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe zu staatlichen Einheiten, und die Deportation. In der Nacht zum 23. Februar 1944 wurden die Dörfer der Tschetschenen und Inguschen auf Befehl des sowjetischen Diktators Josef Stalin von Truppen des sowjetischen Sicherheitsdienstes NKWD umstellt. Ungefähr 479.000 Tschetschenen und Inguschen wurden Opfer der kollektivierten Deportation und der Zwangsarbeit in der Verbannung in Zentralasien sowie in Sibirien.
Erst 1957 wurden die deportierten Völker "rehabilitiert" und durften in ihre Heimat zurückkehren.
Russlands Krieg gegen die Unabhängigkeit
Im Oktober 1991 wurde General Dschochar Dudajew Präsident. Am
27. November jenes Jahres rief er die Souveränität der tschetscheno-ingusischen ASSR und so die Unabhängigkeit des Landes aus. Daraufhin verhängte die russische Regierung den Ausnahmezustand über Tschetschenien.
Es kam zur Trennung der Inguschen von Tschetschenien und Russland verhängte einen Boykott gegenüber Tschetschenien. Schon 1993 entstanden innerpolitische Konflikte zwischen dem Parlament und Dudajew, da das Land wirtschaftlich wie sozial immer mehr verfiel. Umsturzversuche, der letzte 1994, scheiterten.